Tauchsportklub Dresden-Nord e.V.

Dein Tauchverein in Dresden und Umgebung

Freitag, 22 Juni 2018 21:38

Sommertauchausflug Bornholm

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Die Organisationsphase war wie üblich schwierig. Diesmal lag es aber nicht an den Absagen der Teilnehmer, sondern an der langwierigen Kommunikation mit den Bornholmer Tauchbasen. Wie in der lustigen Werbung von Flensburger, hat uns das Können von mehreren Sprachen nichts gebracht. Einen Tauchtermin mit den Bornholmern zu organisieren oder irgendwelche Informationen im Voraus zu bekommen, scheint einfach unmöglich zu sein. Als die Hauptsaison bzw. Schulferien sich näherten, öffnete sich plötzlich ein Kommunikationskanal und zwei Wochen vor unserer Abreise konnten wir unsere Tauchpläne konkretisieren.

Am 14.06. gegen 11:30 Uhr trafen sich unsere drei Autos am Sassnitzer Hafen und nach der 3-stundigen Überfahrt mit der Fähre waren wir endlich in der Stadt Rønne angekommen.

Dort haben wir als Erstes die Tauchbasis besucht, denn wir wollten am nächsten Tag tauchen gehen! Wir wurden freundlich empfangen und uns wurde erklärt, dass das Wetter am Freitag zu windig für das Hartgummiboot der Tauchbasis sein würde. Wir sollten also lieber bis Samstag warten. Als Alternative wurden uns einige Landtauchplätze empfohlen, wo der Wind keine Rolle spielt.

Von Rønne fuhren wir dann 30 Minuten bis zum Campingplatz in Gudhjem (dän. Götterheim) an der steinigen nordöstlichen Küste Bornholms und schlugen unsere Zelte auf.

Schon am ersten Tag entdeckten wir die zwei wichtigsten Naturkonstanten der Insel: (1) jede Fahrt zwischen dem Campingplatz und einer Sehenswürdigkeit oder Tauchplatz dauert genau 30 Minuten. (2) 20:15 Uhr ist die wichtigste Uhrzeit Bornholms, denn pünktlich um diese Uhr die letzte und für das Wracktauchen entscheidende Wettervorhersage für den nächsten Tag veröffentlicht wird.

Basislager in GudhjemWracks um Bornholm

Unsere ersten Tauchgänge am Freitag fanden am Svenskehavn (dän. Schwedischer Hafen) und Svaneke an der südöstlichen Küste statt. Wie der aufmerksame Leser bereits ahnt, 30 Minuten von Gudhjem entfernt.

Die Ostküste Bornholms besteht überwiegend aus präkambrischen Granit- und Gneis-Felsen und damit den ältesten Felsen aller dänischen Inseln.

Das Tauchen zwischen den Felsen hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit unseren Steinbrüchen in Sachsen, auch wenn es auf Bornholm deutlich mehr Vegetation gibt.

Was Fische angeht, waren diese Tauchgänge sehr bescheiden. Es waren überall nur Flundern zu sehen, sonst nichts.

SvenskehavnHannes, Philipp und Alvaro. Foto von Frank.

Am Samstag war das Wetter gut genug für eine Bootsfahrt und wir konnten mit den ersten Wracktauchgängen beginnen. Abgangshafen war Boderne an der südwestlichen Küste. Die Ziele waren zwei nicht identifizierte Wracks etwa 15 Minuten vom Hafen entfernt.

Das erste Wrack war ein etwa 20m langes Holzboot in 23m Tiefe, von dem nach 100 Jahren nur noch der Rumpf übrig geblieben ist.

Das zweite Wrack war eine besser erhaltene, etwa 30m lange und mit Holzfässern geladene Tjalk in 16m Tiefe.

 Hafen in BoderneWrack mit FäsernAnkerflunder

Wetterbedingt war das Wracktauchen am Sonntag wieder nicht möglich. Wir standen vor der Wahl die Flunder am Strand nochmal zu besuchen oder uns zu entspannen und die Insel trocken zu genießen.

Die Entscheidung für das letztere fiel uns leicht und wir besuchten Hammerhus, die größte Burgruine Nordeuropas, sowie Frau Petersons Küchen-Flatrate Café und den schönen Strand in Dueodde im Süden der Insel, mit dem wahrscheinlich feinsten Sand Dänemarks.

HammerhusFru PetersenDueodde

Montag war es wieder ein ordentlicher Tauchgang angesagt und wir haben uns die Affaire vorgewagen. Diese Holzketch war am 15.12.1883, geladen mit Ölkuchen, von Riga nach Helsingör unterwegs, als sie gegen die Felsen in der Nähe der Küste fuhr und sankt.

Sie liegt auf relativ ebenem Kiel in 43m Tiefe. In dieser Tiefe ist die Ostsee sehr kalt (4°C) und dunkel, das zusammen mit dem geringen Salzgehalt des Wassers bilden ideale Bedingungen für die Erhaltung von Wracks. Daher befindet sich die Affaire immer noch in einem sehr guten Zustand und gehört zu den besten Wracks, die die Insel zu bieten hat. Nach dem 70-minutigen Tauchgang freuten wir uns schon auf die nächsten Ziele.

  Auf dem Weg zur Affaire mit dem Black Pearl

 

Philipp, Frank, Alvaro und Hannes

Leider war die Affaire unser letzter Wracktauchgang, denn das Wetter wollte nicht mehr mitmachen. Auch wenn es warm und sonnig war, machte der Westwind weitere Ausfahrten mit dem kleinen Boot unmöglich.

Am Dienstag haben wir den "größten Wasserfall Dänemarks" mit imposanten 22m Höhe besucht (unten abgebildet), Granitblöcke am Steinbruchmuseum gespaltet und uns in die Höhlen an den Helligdoms-Klippen gewagt.

Wasserfall in DøndalenHelligdoms-Klippen

Vor der Rückreise haben wir uns von den Flundern vor unserem Campingplatz in Gudhjem mit einem letzten Tauchgang verabschiedet.

Die Fu Shan Hai und das sowjetische U-Boot warten noch auf uns.

Gudhjem

 * Danke an Rebecca für die Fotos!

 

Gelesen 352 mal Letzte Änderung am Sonntag, 01 Juli 2018 16:24

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